Die Geschichte der Villa Kalles

 

Im Jahre 1873 stellte Julius Forstmann einen Bauantrag für eine Villa zwischen Linz am Rhein und dem Ort Kasbach. Forstmann war Teilhaber der elterlichen Tuchmacherfirma "Forstmann & Hüffmann" aus Essen-Werden. Seine Frau Käthe stammte aus dem Hause Ankenbrand (später Rheinische Basalt AG).

Nach langem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten sollte die geplante Villa der Alterssitz des Ehepaars werden.

Nach zweijähriger Bauzeit bezogen die Forstmanns 1875 das "Dorpel" genannte Haus, welches bis zum Tode Julius Forstmanns 1899 den umfangreichen Familien "Forstmann" und "Hoffmann" als Begegnungsstätte diente. Das Ehepaar blieb ohne Erben. Aus diesem Grund wurde die Villa nach dem Tode Käthe Forstmanns

1906 an die Familie Kalles verkauft. Die deutschen Großgrundbesitzer hatten ihre Plantagen in Südamerika zurückgelassen, um in der Heimat ihren Lebensabend zu verbringen. In Erinnerung an südamerikanische Zeiten ließen sie hinter dem Anwesen ein Gewächshaus für tropische Pflanzen errichten. Einige Reste davon sind noch heute vorhanden.

33 Jahre später, im Jahr 1939 ging das Haus dann in den Besitz des Bad Hönninger Lebensmittelfabrikanten Heinrich Beinhauer über.

Meta Beinhauer, ein Nachkomme der Familie stellte schließlich den Antrag, das Anwesen unter Denkmalschutz zu stellen. Am 24.07.1984 wies das Landesamt für Denkmalpflege in Mainz das nun als "Villa Beinhauer" bezeichnete Gebäude als geschütztes Kulturdenkmal aus.

Seit Dezember 1984 ist die Villa nun im Besitz der Linzer Kaufmannsfamilie Winzer, die das Haus in ausgezeichneter Weise restaurierte. Seit dem 14.07.1990 sind Haus und Park rechtskräftige Denkmalzone. 

Seit Anfang 2017 finden in der Villa Kalles nun Hochzeiten und Events statt. Somit ist das Haus, seit seiner Erbauung 1875 das erste mal der Öffentlichkeit zugänglich.